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Green Deal NRW | Das Projekt

Das Projekt

Eine innovative Idee

Die Landesregierung NRW unterstützt KMU bei der Entwicklung hin zu einer Green Economy.

Zu Beginn eines Wandlungsprozesses kann es herausfordernd sein, erste Handlunsgansätze zu identifizieren. Hier setzt das Projekt Green Deal NRW durch die Entwicklung der passenden Instrumente an. Diese wurden für die Nutzung bei einer professionellen, beteiligungsorientierten Unternehmensberatung entworfen, können teilweise aber auch selbstständig genutzt werden.

 

Die beschleunigte Digitalisierung spielt bei der nachhaltigen und klimafreundlichen Ausrichtung eines Unternehmens eine besondere Rolle.

Jeder digitale Prozess, der einen physischen Prozess ersetzt, birgt die Chance einer Umweltentlastung, wie z.B. die Substitution von Reisetätigkeit durch Videokonferenzen. Allerdings sind digitale Prozesse nicht per se ökologisch, denn sie erfordern selbst hohen Energieeinsatz und belasten die Umwelt durch die Produktion der neuen Geräte und Maschinen sowie der Entsorgung der alten. Insbesondere, wenn digitale Prozesse die physischen nicht restlos ersetzen, sondern parallel eingeführt werden (die E-Mail also z.B. ausgedruckt wird) oder die virtuellen Prozesse sich gegenüber die physischen vervielfachen (z.B. durch Mails in unnötig großen Verteilern), kann Digitalisierung hochproblematisch für den Klimaschutz sein.

Im Idealfall wird die digitale und grüne Transformation in den Unternehmen zusammengeführt, was die Aufgabe komplex und unüberschaubar machen kann. Eine kompetente Beratung kann hier zur Initiierung und Steuerung eines solchen Planungs- und Gestaltungsprozesses beitragen. Die Beschäftigten sollten dabei von Anfang an partizipieren können.

Vorgehen

Das Modellprojekt "Green Deal NRW" stellt erstmalig die passenden Tools für eine partizipative Beratung zur grünen Transformation zur Verfügung.

Berater*innen zu Umweltthemen haben häufig wenige Kenntnisse zu beteiligungsorientierten Unternehmensentwicklungsprozessen auf Basis des soziotechnischen Ansatzes. Gleichzeitig fehlt beteiligungsorientiert arbeitenden Unternehmensberater*innen teilweise das Wissen zur Grünen Transformation.

In dem Modellprojekt „Green Deal NRW“ wurden daher die konzeptionellen und instrumentellen Grundlagen für das flächendeckende Angebot einer beteiligungsorientierten Grünen Transformationsberatung in NRW - einer Green Deal Beratung - geschaffen. Hierzu wurden folgende Arbeitsschritte durchgeführt:
 

  1. Entwicklung von Konzepten für eine Green Deal Beratung, welche bewährte Ansätze auf den Bereich Nachhaltigkeit und Digitalisierung übertragen
  2. Entwicklung von entsprechenden Instrumenten (Inhalte und Vorgehensweisen) zum Einsatz in Beratungsprozessen.
  3. Information und Qualifizierung der Beratungsszene in NRW
  4. Aufschließen von Unternehmen für die Green Deal Beratung
  5. Organisation eines Forums für Berater*innen und Unternehmen zum Erfahrungsaustausch und zur Weiterentwicklung des Ansatzes

Inhalt und Methodik

Inhaltlich sollen folgende Themen in der Green Deal Beratung behandelt werden können:

  • Identifikation von Ansatzpunkten für nachhaltiges Wirtschaften im Betrieb
  • Entwicklung von Strategien der Fachkräfte- und Nachwuchsgewinnung durch Employer Branding
  • Angebot von neuen Weiterbildungsstrukturen für die Beschäftigten im Bereich „ökologisches Wirtschaften“
  • Entwicklung einer umweltorientierten Personalentwicklung
  • Etablierung nachhaltiger betrieblicher Umsetzungsstrukturen durch „Lotsen“
  • Entwicklung einer Corporate Social Responsibility-Strategie
  • Ansätze einer ökologischen Unternehmenskultur
  • Strategieentwicklung für veränderte Märkte
  • Möglichkeiten der Berechnung des CO₂-Fußabdrucks und anderer Kennzahlen
  • Kostenersparnisse durch Umweltmaßnahmen

Für diese Themenstellungen werden im Modellprojekt Handlungshilfen, Checklisten, Verfahrensweisen etc. erarbeitet und die Ergebnisse den (GreenDeal-)Berater*innen zur Verfügung gestellt.

 

Methodisch basiert die Green Deal Beratung auf folgenden Säulen:

  • Einzelberatungen mit betrieblichen Expert*innen und Entscheidungsträger*innen, in denen die Schwerpunktsetzungen für die o.g. Themen innerhalb des Unternehmens entwickelt werden,
  • Workshops und Qualifizierungen unter maßgeblicher Beteiligung von Beschäftigten zur Implementierung einer Umsetzungsstrategie für die identifizierten Themenschwerpunkte und zur Evaluation und Fortschreibung der Aktionspläne. Die umfangreiche und seitens der Betriebe „ernst gemeinte“ Beteiligung der Beschäftigten an den Planungs- und Umsetzungsschritten ist für die Green Deal Beratung essenziell, weil nur so tragfähige betriebliche Veränderungsprozesse in der im Green Deal geforderten kurzen Zeit umsetzbar sind,
  • themenspezifische „Verbundberatungen“ mit Teilnehmenden unterschiedlicher Unternehmen, in denen die Green Deal Beratung durchgeführt wird, zur Sicherung des Erfahrungstransfers,
  • ein Erfahrungsaustausch der beteiligten Akteure aus den verschiedenen Unternehmen („Ökoscouts“, s.u.) zur Unterstützung und Verstetigung der Entwicklungsprozesse nach Abschluss der Beratung.

 

 

Fotos: Vera Kuttelvaserova – stock.adobe.com | Melinda Nagy – stock.adobe.com | Artinun – stock.adobe.com